Chronik des KSC 71 Saarn    

 

Einige Sportler aus dem Mülheimer Ortsteil Saarn hatten im Jahre 1970 die glorreiche Idee, den Kegelsport vereinsmäßig zu betreiben. Da Saarner immer etwas eigen sind, wollten sie sich nicht einem der bestehenden Vereine in Mülheim anschließen.

Man suchte also einen anderen Mehrspartenverein, da man im Anfang mit nur ca. 10 Leuten unmöglich einen eigenen rechtmässigen Verein gründen konnte. Also versuchte man sich dem Turn – und Sportverein Saarn/Selbeck (TuSpo) anzuschließen.

Da zu diesem Zeitpunkt aber bereits 2 Kegelvereine, die Sportkegler-Gemeinschaft e.V. Mülheim an der Ruhr und der Sportkegelverein Mülheim-Styrum e.V., existieren, gab der Westdeutsche Kegelverband (WKV) kein grünes Licht zu einem dritten Sportkegelverein in Mülheim.

Es blieb den Gründungsvätern seinerzeit keine Wahl, als sich zum 01. Juli 1971 dem ältesten und größten Mülheimer Sportkegelverein, der Sportkegler-Gemeinschaft e.V. Mülheim an der Ruhr (SKG Mülheim) anzuschließen unter dem Namen „Kegelsportclub 1971 Saarn“ (KSC 71 Saarn).
In der Saison 1971/1972 begann der Spielbetrieb zuerst mit einer Damen-Mannschaft, die am Ende der Saison mit dem 4. Platz in der Damen-Kreisliga gut mithalten konnte.

Im Jahre 1972 hatte der Club bereits 20 Mitglieder und konnte ab der Saison 1972/1973 zu der Damen-Mannschaft auch eine Herren-Mannschaft in der Kreisklasse melden. Zur Erklärung: eine Mannschaft seinerzeit bestand in den unteren Klassen aus 5 Spielern.

Im Jahre 1974 – also vier Jahre nach der Gründung waren bereits 31 Sportkegler Mitglied in Saarn und es konnten in der Saison 1974/1975 eine Damen-Mannschaft in der Bezirksliga, eine Damen-Mannschaft in der Kreisliga und zwei Herren-Mannschaften in der Kreisklasse zu den Ligenspielen gemeldet werden

Zum fünfjährigen Jubiläum war dann der erste große sportliche Erfolg erreicht, da drei Mannschaften synchron aufstiegen: Die 1. Damen-Mannschaft stieg in die Gauliga, die 2. Damen-Mannschaft stieg in die Bezirksliga und die 1. Herren-Mannschaft in die Kreisliga auf, wo sie aber nur ein Jahr verblieb.

Im Jahre 1977 hatte der KSC Saarn die höchste Mitgliederzahl und war gleichzeitig größter Club der SKG Mülheim mit 36 aktiven Sportkeglern.

Ein erneutes Glanzlicht schuf die 1. Damen-Mannschaft mit ihrem Aufstieg in die Oberliga Niederrhein im Jahre 1980.

Als der WKV für die Saison 1984/1985 das heutige Spielsystem Mannschaft : Mannschaft einführte mit 14tätigem Spielrhythmus, durften die Damen-Mannschaften noch ein Jahr das alte Turnier-System weiterspielen. Trotz vieler Proteste wurde dann doch das neue System auch bei den Damen ab der Saison 1985/1986 eingeführt. Unsere Damen waren auf Grund der Doppelbelastung Haushalt und Sport nicht bereit, die vermehrten Termine zu akzeptieren. Auch aus dem Grund, dass viele Ehemänner ebenfalls an dem für die Damen spielfreien Sonntag kegelten und man so in der Zeit von September bis April kaum noch einen freien Sonntag für sich hatte, führte dazu, dass unsere Damenmannschaft sich für die Ligenspiele abmeldete.

 

Die noch im Klub verbliebenen Damen meldeten sich im Jahre 1988 auch aus dem Verein und vom WKV ab und die erfolgreiche Damen-Ära von Saarn ging damit zu Ende.

Hier noch Erinnerungen an einige bekannte KSC-Damen: Birgit Hansen, Petra Hansen und auch Mutter Ursula (Usch) Hansen, die bei dem 20-jährigen Jubiläum im Jahre 1991 noch einmal zeigten, dass sie das Kegeln nicht verlernt hatten.

In diesem Zusammenhang besonders hervorzuheben sind die Erfolge in Zusammenhang mit der Mülheimer Jugend:

1.      Petra Hansen war bereits im Jahre 1979 mit der von Herbert Meyer und Willi Wübbeling trainierten Mülheimer weiblichen B-Jugend-Mannschaft Deutscher Meister geworden.

2.      Dominik Bernsee wurde im Jahre 1991 nominiert für die 1. Jugend-Europameisterschaft in Luxemburg, wo er im Mixed mit seiner Partnerin aus Fulda die Bronze-Medaille holte.

Erwähnenswert ist auch, dass bei der Deutschen Jugendmeisterschaft 1991 in Kassel die männliche A-Jugend-Mannschaft aus Mülheim alleine mit drei (vier) von vier (fünf) Spielern aus Saarn bestückt war.

Aber auch die Saarner Senioren hatte ihre Erfolge: In der Saison 1987/1988 schaffte nach langen Warten die 1. Mannschaft den Aufstieg in die Kreisliga, dem dann zwei Jahre später der Aufstieg in die damalige Bezirksliga (heutige Bezirksklasse) folgte und zwar in folgender Besetzung: Gunther Lorenz, Karl-Heinz Biermann, Harald Bernsee, Manfred Loomann, Heinz Zimmermann und Klaus Hansen.

Zur Saison 1992/1993 entschied sich die Jahreshauptversammlung zu einem sehr entscheidenden Schritt und zwar auf Grund des hohen Jugendanteils: Wechsel von der traditionsreichen 2-Bahnen-Anlage im Haus Hansen an der Kölner Straße in Saarn zur Vereinsanlage der SKG Mülheim an der Moritzstrasse in Styrum. Klublokal ist aber bis zum heutigen Tage das „Haus Hansen“ geblieben mit treuer Verbundenheit zu den Wirtsleuten Uschi und Klaus Hansen, die den KSC 71 Saarn mit aus der Taufe gehoben haben.

In den ersten Jahren nach dem Aufstieg in die Bezirksliga hat sich die 1. Saarner Mannschaft zu einer Fahrstuhl-Mannschaft entwickelt und erst in den letzten vier Jahren hat sie ihre Bezirksklasse-Zugehörigkeit behaupten können. In der Saison 2001/2002 erreichte sie einen guten 2. Platz und ist nur am letzten Spieltag am Aufstieg in die Bezirksliga verbeigeschrammt (Nerven ???).

Vor der Saison 1999/2000 baten die restlichen Herren von Rot-Weiss 59 Mülheim um Aufnahme in den Klub, da sich auf Grund ihrer geringen Mitgliederzahl eine Meldung zu den Ligenspielen nicht mehr lohnte. Es kam dadurch zu einer personellen und sportlichen Verstärkung in Form von acht neuen Sportkeglern, u.a. mit Detlef Ulrich und Manfred Denkhaus. Dadurch war der seinerzeitige Sportwart in der Lage, vier Herren-Mannschaften zu den Ligenspielen zu melden.

Durch Übergang zu anderen Klubs und Ausscheiden aus Altersgründen sind heute davon drei Herren-Mannschaften übergeblieben:

·         1. Mannschaft:  Bezirksklasse

·        2. Mannschaft:  Kreisliga

·         3. Mannschaft:  Kreisliga (4er-Mannschaft)


Harald Bernsee (20.10.02)